Narrenzunft Offinger Muasgutt´r

Faschingsgesellschaft OFFONIA e.V.

                                Die drei Freifräulein von Landstrost

 

Lange bevor es Flugzeuge gab, ehe Autos und Eisenbahnen  fuhren, konnten Verstorbene 100 Jahre nach ihrem Absterben wieder aus der Ewigkeit zurückkehren, die Guten als Helfer und Retter, die Bösen als Büßer und Verführer.

In der alten Zeit war der Weg von Günzburg  nach Offingen zur Nachtzeit voller Gefahren. Er führte vorbei an der Reisenburg durch das Herrenholz. Unten am Steilhang rauschte die Donau. Manches Wegzeichen erinnerte an einen Unglücklichen der im Wasser den Tod fand. Der Weg war in stürmischen Herbstnächten besonders gefürchtet. Dann drohte in den Nebelschwaden hinter manchem verdorrten Elsbeetstrauch der Faun, der Walddämon mit seinen Bocksfüßen. Er brauchte die Wanderer vom Wege ab und führte sie in die Irre. Dazu spielten die rauschenden Baumkronen, die krachenden Äste, das aufgescheuchte Wild und die aufflatternden Vögel eine wüste Musik. Unheimlich wurde die Höhe dem , Fedramähdle,, das lieferte in überschwemmungsfreien Sommern reichlich Heu. In den Herbsnächten aber hausen zwischen den Wasserarmen im hohen Riedgras, in Schilf und Binsen der Noek und seine bösen Wassergeister. Heimtückische zogen sie Unbekümmerte ins Wasser. Manchem nächtlichen Wanderer wurde sein Felleisen auf dem Rücken zur Last, manchem dünkte die Wegstunde eine Unendlichkeit. Erst wenn sie das Herrenholz lichtete und wenn das Auge in den Lichtblitzen gaukelnder Käfer die Schemen von Landstrost erkennen konnte, war die Not zu Ende. Da klang dann lieblicher Gesang, der drei Frei Fräulein von Landstrost aus Berg und Busch. Sie waren vor urdenklicher Zeiten mit dem Schloss und den südhaften Gesellen versunken. Jetzt erschienen sie in bestimmten Nächten als hilfsreiche Geister und führten die guten Menschen auf den rechten Weg.

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